Afrikanische Gruppen und Vereinsaktivitäten

Eine Fülle an Themen

In Köln gibt es eine große Anzahl afrikanischer Gruppen, Vereine, Initiativen und Aktivitäten. Die Szene ist lebendig und vielfältig - wie der Kontinent selbst. Bei der Zusammensetzung der Gruppierungen spielt in den meisten Fällen die regionale oder ethnische Zugehörigkeit eine größere Rolle als nationale Herkunft oder politische Einstellung. Auch die gemeinsame Sprache ist entscheidend. 

Viele Gruppen treffen sich in privaten Räumen, andere in Bürger- oder interkulturellen Zentren. Innerhalb der "afrikanischen Community" sind viele vernetzt, weshalb die Vielfalt und Vielschichtigkeit der Initiativen nicht immer öffentlich sichtbar ist. Eine Generalisierung der afrikanischen Gemeinschaft in Köln ist daher schwierig und von den Gruppen selbst auch nicht gewollt.

Migrantenselbstorganisationen (MSOs)

So vielfältig wie die Ethnien, Interessen und Sprachen der AfrikanerInnen in Köln sind auch ihre Aktivitäten. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur motiviert dabei ebenso wie das Praktizieren von Religion oder der gemeinsamen Sprache. Aber auch der Austausch mit LandeskollegInnen zu Fragen und Erfahrungen, die das Leben und den Alltag in Deutschland betreffen, sind entscheidend.

Die Auseinandersetzung mit Problemen und Kontakten aus den jeweiligen Heimatländern stellt einen weiteren Interessensschwerpunkt dar. Viele Gruppen unterstützen ihre Familienmitglieder in Afrika in unterschiedlicher Form (meist finanziell) und pflegen gemeinsam ihre Kontakte in die Heimat. Sie beschäftigen sich aber auch mit politischen Ereignissen, entwicklungspolitischen und globalen Fragestellungen und/oder Themen der direkten Entwicklungszusammenarbeit, wie z.B. dem Schulbau im Heimatdorf.

Eine-Welt Initiativen

Neben den MSOs treffen sich aber auch engagierte KölnerInnen zum geimeinsamen Austausch mit und über Afrika. Viele sind aufgrund von persönlichen Erlebnissen, Begegnungen oder Aufenthalten in Afrika aktiv. Dabei reicht das Programm der Eine-Welt Initiativen von der Beschäftigung mit entwicklungspolitschen Fragen über die Entsendung von Freiwilligen bis hin zur Unterstützung von Projekten vor Ort oder der Förderung von Kultur und Künstlern aus Afrika.

Regionale Konferenz

Die seit 2007 regelmäßig stattfindende "Regionale Konferenz" bietet den Initiativen und Gruppen ein gemeinsames Forum, das auf Initiative des Landes NRW ins Leben gerufen wurde. Ihr Ziel: Die verschiedenen Gruppen und Aktivitäten der afrikanischen Diaspora zu bündeln, zu vernetzten, sichtbarer zu machen und bei der Professionalisierung zu unterstützen. Im Rahmen des NRW KoordinatorInnenprogramm wurde die Fachstelle für Migration und Entwicklung eingerichtet.

Ergebnis der letzten Konferenz, die 2010 im Allerweltshaus stattfand, war die Gründung eines Kreises afrikanischer Vereine und Eine-Welt Initiativen (KAVEI), der sich seither regelmäßig trifft. Sein Anliegen ist es, das Fundament der Regionalkonferenzen zu stärken und die Inhalte der Vereine und Gruppen öffentlich zu vertreten. Außerdem bietet der Kreis Raum für Begegnung zwischen hier lebenden Afrikanern und der deutschen Mehrheitsgesellschaft sowie Beratung in Vereinsarbeit und Selbstorganisation und fungiert als Ansprechpartner für Politik, Verwaltung und Wirtschaft.


Anne Walkenbach/Eva Helm