Musik

In Köln existiert eine sehr vielfältige und lebendige afrikanische Musikszene. Künstler aus allen Teilen Afrikas sind hier vertreten, viele von ihnen sind mittlerweile weltweit bekannt wie der Reggaemusiker Patrice oder die deutsch-nigerianischen Brüder Adé Bantu und Don Abi.

Dialog der Kulturen
Die Musikstile reichen von traditioneller Musik der jeweiligen Länder bis hin zu modernen Richtungen wie HipHop, Reggae, Rock und Jazz. Auch Elemente der karibischen und lateinamerikanischen Musik werden häufig aufgenommen. Einige Künstler haben durch Variationen ihrer traditionellen Musik einen ganz eigenen Stil entwickelt wie z.B. Samson Kidane aus Eritrea oder Steven Ouma aus Kenia. Beide singen in ihrer Muttersprache und kombinieren die Rythmen ihrer Heimat mit verschiedenen modernen Stilelementen. Oft wird auch in den Texten das Verbindende zwischen den Kulturen zum Ausdruck gebracht.
Den Dialog zwischen den Kulturen fördern möchte vor allem auch der deutsch-ghanaische Chor Kinduku, der schon seit über 20 Jahren vor allem kirchliche/spirituelle Lieder in der ghanaischen Sprache „Ashanti“ singt.

Vielfältiges politisches Engagement
Sozialkritische Texte und politische Themen stehen besonders bei den Sisters, Adé Bantu, der Gruppe Seaweed aus Südafrika und dem marokkanischen Musiker Mahdi Alaoui im Vordergrund. Viele von ihnen engagieren sich neben der Musik auch in anderen Bereichen: Die Sisters z.B. organisieren u.a. Workshops an Schulen zu sozialen und umweltpolitischen hemen. Mahdi Alaoui, der seine gesellschaftskritischen Lieder mit traditionellen Instrumenten begleitet, berichtet auch in Vorträgen über die politischen Umwälzungen in seiner Heimat und organisiert ebenfalls Workshops für Kinder. Adé Bantu hat die deutsch-afrikanische Musikerinitiative Brothers Keepers e.V. gegen Rassismus und Fremdenhass ins Leben gerufen und unterstützt z. Zt. ein künstlerisches Projekt gegen Prügelstrafe an nigerianischen Schulen.

Faszination orientalischer Musik
Für moderne orientalische Musik, in der arabische Musiktraditionen sich mit westlichen Elementen zu faszinierenden Melodien und Rythmen verbinden, steht das Tabadoul Orchester mit der ägyptischen Sängerin Dina Gouda, welches in seiner Musik den innovativen Komponisten Mohammad Abdel Wahab wieder aufleben lässt. Auch Wafae & Simo interpretieren sowohl traditionelle marokkanische Melodien als auch moderne arabische Musik.

Westafrikanische Trommelrythmen und Tänze
Den traditionellen westafrikanischen Rythmen verschrieben hat sich die senegalesische Gruppe Mama Afrika, bestehend aus Trommlern, Tänzer/innen, Akrobaten und Sängern. Mit den mitreißenden Trommelrythmen und traditionellen Sabartänzen ziehen sie ihre Zuhörer in den Bann. In ähnlicher Weise kombiniert auch die Gruppe Dodjiko aus Togo ihre Musik mit traditionellen Tänzen und Stelzenakrobatik, einer beeindruckenden Tradition aus ihrer Heimat.

Beliebte Festivals
Mama Afrika organisiert außerdem seit Jahren regelmäßig das gleichnamige Mama Afrika-Festival mit umfangreichem Livemusik-Programm und afrikanischen Markt. In dem Zusammenhang darf das mittlerweile zur Tradition gewordene Reggaefestival „Summer Jam“, das seit 1996 jedes Jahr am Fühlinger See stattfindet nicht vergessen werden. Es zählt europaweit zu den größten Reggaefestivals und zieht jährlich bis zu 30.000 Besucher an und ist so zu einem Treffpunkt für Afrikaner/innen aus ganz Deutschland und Nachbarländern geworden. Neben Reggae sind hier auch viele andere Stilrichtungen afrikanisch beeinflusster Musik vertreten wie z.B. Hip Hop, Soul, Blues, Funk oder Jazz.


Sonja Merch