„Afrika“ im neuen Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt

Die neue Dauerausstellung: Der Mensch in seinen Welten

Tuaregszene im Rautenstrauch-Joest-Museum
Copyright: Rheinisches Bildarchiv/ Wolfgang F. Meier

 

Einen „Afrikasaal“, wie man ihn aus anderen ethnologischen Museen kennt, wird man im Rautenstrauch-Joest-Museum vergeblich suchen. Die neu konzipierte Dauerausstellung unter dem Titel „Der Mensch in seinen Welten“ verzichtet auf regionale Einteilung und widmet sich vielmehr im interkulturellen Vergleich Themen, die Menschen auf der ganzen Welt beschäftigen, denen sie jedoch je nach kulturellem Hintergrund ganz unterschiedlich begegnen. Aber natürlich arbeitet auch der interkulturelle Vergleich immer wieder mit Beispielen aus unterschiedlichen afrikanischen Kulturen.

Ein Schwerpunkt auf afrikanischen Kulturen bzw. ihren Religionen liegt in der Abteilung „Begegnung und Aneignung“. Hier begegnet den BesucherInnen unter dem Stichwort ‚Orientalismus’ ein Thema, das häufig nicht in Verbindung mit Afrika gebracht wird: die Faszination, die der islamische Raum – und dazu zählt auch Nordafrika – im 19. und frühen 20. Jahrhundert auf Europäer ausgeübt hat. Eine weitere Abteilung beschäftigt sich ausschließlich mit dem afrikanischen Kontinent oder vielmehr mit dem Afrika in unseren Köpfen oder, wie der Titel „Der verstellte Blick“ es sagt, mit unseren Klischees. In der Abteilung „Die Welt gestalten“ wird neben drei weiteren Beispielen aus verschiedenen Regionen der Welt eine Szene mit einem Tuaregzelt präsentiert, die nomadische Lebensweise veranschaulicht.
Aber auch in den Abteilungen „Ansichtssachen!?: Kunst“, „Der Körper als Bühne: Kleidung & Schmuck“, „Der inszenierte Abschied: Tod und Jenseits“, „Vielfalt des Glaubens: Religionen“, „ZwischenWelten: Rituale“ finden sich Objekte aus den verschiedenen Kulturen des afrikanischen Kontinents.

Die Ausstellung wird eingerahmt durch einen Prolog und einen Epilog. Im Prolog begrüßen Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen die Besucherinnen und Besucher. Dazu gehören Begrüßungen aus Äthiopien, Ghana, Kenia, Marokko und der Côte d’Ivoire. Im Epilog werden die Besucherinnen und Besucher von den gleichen AkteurInnen verabschiedet, die – wie sich herausstellt – eines gemeinsam haben: Sie alle sind Kölnerinnen und Kölner!

Die Sammlung

Grundstock der Sammlungen des RJM bildeten ca. 3.500 Objekte aus dem wissenschaftlichen Nachlass des Geographen und Völkerkundlers Dr. Wilhelm Joest (1852-1897). Seine Schwester Adele stiftete gemeinsam mit ihrem Ehemann 1899 den Nachlass von Wilhelm Joest der Stadt Köln.
Der Gesamtbestand Afrika des Rautenstrauch-Joest-Museums umfasst heute rund 11.000 Objekte. Bis in die 1980er Jahre hat die Gesellschaft für Völkerkunde durch Ankäufe und durch die Übernahme der Sammlung des Afrikanisten Oswin Köhler mit Gebrauchsgegenständen aus dem südlichen Afrika diesen Sammlungsteil kontinuierlich qualitativ und quantitativ wachsen lassen. Regional bilden jedoch Objekte aus Zentral- und Westafrika den Schwerpunkt. Hierzu zählen z.B. wertvolle Bronze- und Elfenbeinobjekte aus dem früheren Königtum Benin sowie Masken und Skulpturen erworben von dem Düsseldorfer Künstler Klaus Clausmeyer. Einer Schenkung von Ellen Doetsch-Amberger verdankt das Museum außerdem seine altägyptische Sammlung.

Weitere Informationen zur Sammlung erhalten Sie hier http://www.museenkoeln.de/rautenstrauch-joest-museum/

Wissenschaftliche Referentin der Abteilung Afrika ist Dr. Clara Himmelheber.

Kontakt:
Rautenstrauch-Joest-Museum
Kulturen der Welt
Cäcilienstraße 29-33
50676 Köln
Telefon: 0221 / 221 - 236 20
Telefax: 0221 / 221 - 313 33
E-Mail: rjm@stadt-koeln.de
Internet: www.museenkoeln.de/rautenstrauch-joest-museum/

Abteilung Afrika
Telefon: 0221/221 313-18
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E-Mail: clara.himmelheber@stadt-koeln.de

 

Clara Himmelheber